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Design-Thinking-Prozess – Probleme lösen, dritter Schritt: Ideate. Ideen entwickeln und abwägen

Post-its an Tafel

Nachdem sich als Anwender:in in den Phasen Empathize und Define ein tieferes Verständnis für die Zielgruppe entwickeln ließ und das nutzungszentrierte Problem definiert werden konnte, geht es nun an die dritte Phase des Design Thinkings: Ideate.

In der dritten Phase des Design Thinkings steht im Fokus, eigene Ideen zur Problemlösung zu entwickeln und diese im Team zu strukturieren und zu bewerten. Dabei sind verrückte, außergewöhnliche Ideen ganz klar erwünscht – denn diese regen die Kreativität und Fantasie an.

Dabei können sich die in diesem Design-Thinking-Prozess Beteiligten gerne gegenseitig inspirieren. In der gemeinsamen Gruppenarbeit muss besonders darauf geachtet werden, dass jede:r Anwender:in ihre bzw. seine Ideen ohne Angst vor Kritik und Blockierung präsentieren kann.

Die richtige Strategie finden

Um die eigene Kreativität zur Ideenfindung und Ideenbewertung anzuregen, gibt es zahlreiche Methoden. Dazu zählen z. B. Brainstorming, Group Passing, Pessimist vs. Optimist und das Innovationsportfolio. Beim Group Passing schreiben alle Anwender:innen kurz ihre Lösungsideen auf und geben sie der Reihe nach an andere Gruppenmitglieder weiter, die diese Idee ergänzen, bis die Anwender:innen ihr eigenes Blatt wieder zurückerhalten. Anhand der Methode Pessimist vs. Optimist sollen die Ideen von zwei Gruppen aus jeweils optimistischer und aus pessimistischer Perspektive betrachtet werden. Mit Hilfe des Innovationsportfolio können wiederum Ideen auf einem Koordinatensystem nach Machbarkeit und Nutzen geordnet werden.

Diese Strategien sollen zu Anfang dabei helfen, so viele Ideen wie möglich zu generieren, um sie später genauer analysieren und testen zu können. Aus der Ideensammlung wird zum Ende hin ein Ansatz ausgewählt, der effektiv zur Problemlösung beitragen soll.

Impulse sammeln: Das Problem aus einer anderen Perspektive betrachten

In diesem Anwendungsbeispiel wird das ausgearbeitete Problem der vorherigen Schritte Empathize und Define aufgegriffen, welches sich mit der Interaktion von Kolleg:innen im Homeoffice befasst. Die Fragestellung mit der hier nun weitergearbeitet wird, lautet: "Wie können persönliche Beziehungen zwischen Kolleg:innen im Homeoffice gefördert werden?“. Zur Veranschaulichung des Beispiels wird die bereits ausgearbeitete Persona Lina herangezogen. Zunächst macht sich jedes einzelne Gruppenmitglied beim Brainstorming darüber Gedanken, welche Lösungen zu Lina passen würden. Ein Vorschlag zur Beispielfrage „Welche Lösungen können der introvertierten Lina im Homeoffice geboten werden, um ihre Beziehungen zu den Kolleg:innen zu stärken?“ könnte sein, gemeinsame Spielerunden während eines Videochats zu veranstalten. Andere Anwender:innen können sich davon inspirieren lassen, diese Idee aufnehmen und erweitern oder andere Impulse einbringen. In diesem Szenario schlägt ein anderes Gruppenmitglied vor, dass sich die Kolleg:innen gegenseitig Essen bestellen könnten und inspiriert wiederum eine andere Anwenderin dazu, einen Kochabend in ihrer Ideensammlung zu ergänzen.

Ideen eingrenzen und bewerten: Umsetzbare Lösungen auswählen

Schließlich werden alle Ideen zusammengetragen und thematisch gruppiert. Dazu nutzen die Teilnehmenden das oben beschriebene Innovationsportfolio und ordnen ihre Gruppierungen im Koordinatensystem nach Umsetzbarkeit und Nutzen an. Mit dieser Methode fällt es den Anwender:innen leichter, Ideen einzugrenzen, zu bewerten und zu priorisieren. In diesem Beispiel ziehen die Anwender:innen die Idee der Spielerunden während eines Videochats als finale Version in Betracht, da diese sich als besonders leicht umsetzbar herausstellt. Daraus entwickeln die Anwender:innen ihren ersten Entwurf der „Nutzungsschritte“ und tragen den groben Ablauf des vorgestellten Spieleabends zusammen.

Im vierten Design-Thinking-Schritt wird die geplante Lösung als vereinfachtes Modell getestet. Wie diese Ausarbeitung aussehen kann, erfahren Sie im nächsten Beitrag zur Phase Prototype.


Copyright: ©Unsplash, ©Freepik

Autorin: An Pham

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