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Design-Thinking-Prozess – Problemlösung, vierter Schritt: Prototype. Ideen physisch greifbar machen.

Stifte und Pinsel

Die bisher vorgestellten Phasen Empathize, Define und Ideate bringen die ideelle Entwicklung von Lösungsansätzen näher. Vierten Schritt des Design Thinkings: Die Prototype-Phase beschäftigt sich mit der ersten physischen Umsetzung einer Idee, indem eine oder mehrere Prototypen der Lösungsidee erstellt werden.

In der vierten Phase, dem Prototyping, werden die Ideen der Ideate-Phase in der Praxis ausprobiert, verprobt und erfahrbar gemacht, um ihre Erfolgspotenziale zu testen. Beim Prototyping geht es – wie der Name bereits verrät – darum, einen ersten Prototyp zu erstellen.

Ein Prototyp stellt eine stark vereinfachte Version eines Produkts oder einer Dienstleistung dar und dient dazu, Ideen kostengünstig zu testen und weiterzuentwickeln. Bei der Entwicklung eines Prototyps reicht es daher bereits aus, Stift und Papier zu verwenden. In dieser experimentellen Phase ist das Ziel der Anwender:innen, ihre kreativ umgesetzten Ideen als Nutzer:innen zu betrachten und diese anschließend auf Fehler zu überprüfen und zu verbessern. So wird konstant untersucht, welche Lösungsansätze aus Nutzungssicht funktionieren und welche nicht.

Einsatz verschiedener Methoden: Wireframe, Customer Journey Map oder Storyboard, 2D-Zeichnung bis hin zum 3D-Prop-Modell

Um am Ende Grenzen und Optimierungsbedarfe eines Produkts oder einer einer Dienstleistung festzustellen und das Nutzungsverhalten realistisch einzuschätzen, hilft der Einsatz verschiedener Methoden wie bspw. 3D-Prop, Wireframe, Customer Journey Map oder Storyboard. Der Reifegrad des Prototyps, also die (detaillierte) Ausarbeitung von der 2D-Zeichnung bis hin zum 3D-Modell, kann unterschiedlich hoch sein.

Die Methode 3D-Prop sieht vor, mit unterschiedlichen Mitteln, beispielsweise Papier, Knete oder Bauklötzen, ein prototypisches 3D-Modell zu bauen, um die Haptik und Form eines Produkts erlebbar zu machen. Ein Wireframe hingegen ist ein nicht-interaktiver Prototyp, der oft für die Darstellung eines Grundgerüsts und der Struktur von digitalen Produkten wie Websites oder Apps verwendet wird (im Bild). Wireframes bieten die Möglichkeit, bereits in der Konzeptionsphase entscheidendes Feedback einzuholen und Änderungen kostengünstig umzusetzen. Mit der Customer-Journey-Map-Methode visualisieren Anwender:innen die Handlungen der Zielgruppe während ihrer Kundenreise. Dabei beziehen sie die Gedanken und Gefühle ihrer Zielgruppe mit ein, um ihre Kundenbedürfnisse besser zu verstehen. Um eine Idee oder das Konzept eines Systems kritisch zu reflektieren, können wiederum Storyboards verwendet werden. Ein Storyboard stellt relevante Situationen in Form einer Zeichnung bzw. eines Comics dar und kann simpel gestaltet werden.

Anwendungsszenario ausarbeiten: Bereits erarbeitete Beispiel-Persona Lina steht für die Zielgruppe und ihre Kundenreise

Bevor sich die Anwender:innen in diesem Beispiel an das Erstellen eines Prototyps setzen, erarbeiten sie vorab ein Anwendungsszenario mit der Customer-Journey-Map-Methode. Ihre Kernidee beschäftigt sich mit einem Spieleabend während eines Videochats und die Gruppe setzt auf verschiedene Spielrunden als Nutzungsschritte, um die Beziehung zwischen Kolleg:innen im Homeoffice zu fördern. Die bereits erarbeitete Beispiel-Persona Lina steht hier für die Zielgruppe und ihre Kundenreise stellen sich die Anwender:innen folgendermaßen vor:

„Lina hat im Homeoffice Feierabend, sitzt allein Zuhause und möchte den Abend mit ihren Kolleg:innen ausklingen lassen. Aufgrund der Entfernung können sie sich jedoch nicht persönlich treffen, weshalb sich Lina einsam fühlt und auf ihr Smartphone schaut. Was können wir also tun, um Lina eine passende Lösung anzubieten? Wir schlagen ihrer Abteilung einen virtuellen Themenabend vor, bei dem gemeinsam gespielt und gegessen wird. So können sich alle Mitarbeitenden besser kennenlernen und austauschen.“

Visualisierung des Konzepts: Mit simplen Mitteln zum ersten Prototyp

Im praktischen Teil verfeinern die Anwender:innen ihre Ideen zunächst in Einzelarbeit und stellen sie sich anschließend gegenseitig vor. In diesem Beispiel verwendet die Gruppe Emojis und Icons und hält die Ergebnisse in einem Online-Whiteboard fest, um das Lösungsszenario und seine wichtigsten Elemente als Prototyp darzustellen. Die verwendete Methode lehnt insofern an das Storyboard an. Schwer fällt den Anwender:innen, eine passende Anordnung zu finden, die intuitiv verständlich ist. So kommen sie nach Abstimmung der besten Elemente zu dem Ergebnis, einen exemplarischen Ablauf für die Beispiel-Persona Lina zu erstellen und zu visualisieren. Die nachfolgenden Konzepte bebildern den dreischrittigen Lösungsansatz, einen digitalen Spieleabend mit gegenseitiger Essensbestellung zu kombinieren.

Nachdem die Anwender:innen die Zusammenhänge ihrer Ideen durch diese Visualisierung deutlich gemacht haben, fahren sie im nächsten Schritt mit der Evaluierung des Prototyps fort. In der nächsten und letzten Phase des Design Thinkings - Evaluate – testen und beurteilen sie das finale Produkt zusammen mit der Zielgruppe. Wie eine effektive Testumsetzung aussehen kann, erfahren Sie im nächsten Blogbeitrag.


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Autorin: An Pham

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