Lieferantendaten mit KI effizient und nachhaltig bewerten: Smart Sustainability Screening

Nachhaltigkeit zählt längst für zahlreiche Mittelstandsunternehmen zum unternehmerischen Standard – doch ihre Umsetzung ist komplex. Wer Produkte und Lieferanten auf Umwelt- und Sozialkriterien prüfen will, braucht belastbare Daten und funktionierende Prozesse. Viele Unternehmen setzen dabei auf ausführliche Fragebögen – doch diese werden häufig unvollständig oder uneinheitlich ausgefüllt. Das erschwert die Bewertung, kostet Zeit und bindet personelle Ressourcen.
Dieses aktuelle Projekt im Geschäftsfeld nachhaltiger Versandhandel bringt Lösungen nach vorne: Durch den Einsatz der Künstlichen Intelligenz (KI) in Chatbots werden die Prozesse robuster und zuverlässiger.
Die Ausgangslage
Vor Aufnahme in das Sortiment haben Lieferanten einen detaillierten Fragebogen zu Nachhaltigkeitsaspekten auszufüllen. Diese Informationen sind zentral für die Produktauswahl – dennoch: oft lückenhaft oder unpräzise. Die manuelle Prüfung der Angaben der Lieferanten bindet wertvolle Kapazitäten im Nachhaltigkeitsmanagement.
Das Ziel
Im Rahmen dieses Projekts soll ein Konzept für ein KI-gestütztes Assistenzsystem entwickelt werden, das die automatisierte Prüfung, das Bewerten und Nachbearbeiten der Fragebögen ermöglicht. Dazu lassen sich auch Überlegungen zum Einsatz eines Chatbots integrieren, der imstande sein sollte, gezielt bei Unklarheiten nachfragen zu können. Dadurch ergibt sich eine leichtere, stabile und effizientere Zusammenarbeit entlang der Lieferkette.
Ein mehrstufiger Ansatz
Datengrundlage analysieren
Die verfügbaren Informationen und bisherigen Bewertungen werden als Basis für die Entwicklung intelligenter, lernender Systeme aktiv eingebunden und genutzt.
Automatisierungspotenzial bewerten
KI soll dabei unterstützen, unklare oder fehlende Angaben zu erkennen, zu priorisieren und die Erfolgswahrscheinlichkeit von Zusammenarbeit bzw. weitergehender Kooperationen frühzeitig einzuschätzen.
Kommunikation verbessern
Chatbots könnten künftig automatisch Rückfragen stellen und so Mitarbeitende entlasten und Prozesse beschleunigen.
Konzeptentwicklung und Entscheidungsvorbereitung
Ziel ist ein praxisnahes Umsetzungskonzept, das Aufwand, Nutzen und potenzielle Risiken abwägt – und letztlich als Entscheidungsgrundlage für weitere Entwicklungsschritte dient.
Das Projekt wird mit einem Versandhandelsunternehmen realisiert, dass den Nachhaltigkeits-Fokus in der Praxis angestoßen hat – der memo AG. Seit mehr als 30 Jahren agiert das Unternehmen im Segment ökologisch und sozial verantwortlicher Produkte. Die Ergebnisse der Umstellungen durch dieses Digitalisierungsprojekt sollen nicht nur intern genutzt, sondern auch auf andere Unternehmen und Branchen übertragbar gemacht werden.
Zeitplan
Laufzeit des Digitalisierungsprojekts: Q1/2025 - Q3/2025.
Im Zentrum steht die Frage, wie digitale Lösungen die Qualität von Nachhaltigkeitsdaten verbessern und gleichzeitig Ressourcen schonen können – ein Ansatz, der mit Blick auf wachsende ESG-Anforderungen zunehmend an Bedeutung gewinnt (ESG: Anforderungen zu Environmental, Social, and Governance; Umwelt, Soziales und Unternehmensführung).