Einheitliche Produktkennzeichnung für digitale Prozesse: eStandards für Optiker-Branche

Herausforderung
Die Optiker-Branche steht aktuell vor einer Vielzahl struktureller und operativer Herausforderungen, die sich negativ auf die Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit der Betriebe auswirken. Zu den zentralen Problembereichen zählen:
- Steigende Betriebskosten für Materialien, Energie und Logistikleistungen, die die Margen zunehmend belasten.
- Fachkräftemangel im handwerklichen Bereich, der die Aufrechterhaltung eines konstant hohen Qualitätsniveaus erschwert.
- Hoher administrativer Aufwand, insbesondere durch nicht digitalisierte oder nicht standardisierte Prozesse, die wertvolle Ressourcen binden.
Ein besonders kritischer Punkt betrifft die uneinheitliche Produktkennzeichnung, die sich negativ auf die Automatisierung und Effizienz innerbetrieblicher Abläufe auswirkt. Im Fokus dieses Projekts steht die Produktgruppe Kontaktlinsen, bei der aktuell eine Vielzahl unterschiedlicher Kennzeichnungsarten im Umlauf ist:
- Produkte ohne maschinenlesbaren Datenträger
- Produkte mit herstellerspezifischen, internen Datenträgern
- Produkte mit Datenträgern, jedoch teilweise falsch oder uneinheitlich verwendet.
- Mischformen aus verschiedenen Kennzeichnungsarten innerhalb eines Sortiments
Diese Heterogenität führt zu Medienbrüchen, erhöhtem manuellen Aufwand und Fehleranfälligkeit – und stellt damit ein erhebliches Hemmnis für die Digitalisierung dar. Darüber hinaus erschwert sie die Automatisierung von Prozessen erheblich.
Zielsetzung
Das übergeordnete Ziel des Projekts besteht darin, die Verbreitung und konsequente Anwendung von eStandards in der Optikerbranche nachhaltig zu fördern. Im Mittelpunkt steht die Einführung einer einheitlichen, standardisierten Produktkennzeichnung mit einem weltweit anerkannten, gesetzeskonformen Datenträger. Diese Standardisierung schafft die Grundlage für eine Vielzahl betrieblicher Verbesserungen:
- Scanner-basierte, fehlerfreie Warenvereinnahmung
- Automatisierte Produktzuordnung in Warenwirtschaftssystemen
- Effiziente interne Logistik und transparente Bestandsführung
- Rechtskonforme Umsetzung gesetzlicher Vorgaben, insbesondere im Bereich Medizinprodukte
Langfristig soll so ein Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Augenoptikbetriebe geleistet werden.
Lösungsansatz
Im Rahmen des Projekts wird ein umfassendes Best Practice-Dokument entwickelt, das als Leitfaden und Argumentationshilfe für die Einführung und Nutzung von eStandards dient. Es richtet sich gleichermaßen an Hersteller, Augenoptikbetriebe sowie Branchenverbände und Multiplikatoren. Die Vorteile der Standardisierung werden anschaulich und verständlich dargestellt.
Das Dokument verfolgt mehrere Ziele:
- Erfahrungswerte und Erfolgsfaktoren aus diesem Digitalisierungsprojekt werden dokumentiert.
- Handlungsempfehlungen unterstützen Betriebe bei der schrittweisen Umsetzung.
- Ziel ist es, eine breite Akzeptanz zu schaffen und die Motivation zur aktiven Mitgestaltung des digitalen Wandels in der Branche zu fördern.
Projektablauf
Planungsphase
Ziel: Grundlagen für eine strukturierte Projektdurchführung schaffen und geeignete Projektpartner gewinnen.
Maßnahmen:
- Grobkonzeption des Projektablaufs und Definition zentraler Meilensteine
- Identifikation und gezielte Ansprache relevanter Projektteilnehmer
- Aufbau eines projektbegleitenden Netzwerks aus Praxis, Industrie und Verbänden
Einbindung folgender Akteursgruppen:
- Optikerbetriebe
- Hersteller von Kontaktlinsen und weiteren Medizinprodukten
- IT-Dienstleister mit Bezug zur Warenwirtschaft und Stammdatenkommunikation
- Branchenverbände und Multiplikatoren
Analysephase
Ziel: Erhebung des Status quo in der Branche und Identifikation von Optimierungspotenzialen durch eStandards.
Maßnahmen:
- Dokumentation der aktuellen Herausforderungen im Tagesgeschäft von Augenoptikbetrieben
- Analyse administrativer Prozesse und deren Belastung auf die Betriebe
- Erheben der aktuell eingesetzten Datenträger zur Produktkennzeichnung
- Erfassen der bestehenden Formate für Stammdaten- und Geschäftsdatenkommunikation
- Bewerten der digitalen Reife und Standardisierungsgrade in der Branche
Konzeptionsphase
Ziel: Strukturierung und inhaltliche Ausarbeitung der Best Practice-Dokumentation.
Maßnahmen:
- Entwicklung des inhaltlichen Aufbaus des Ergebnisdokuments
- Ableitung von Handlungsempfehlungen aus den Analyseergebnissen
- Integration von Praxisbeispielen und Erfahrungsberichten
Abschlussphase
Ziel: Finalisierung und Verbreitung der Projektergebnisse.
Maßnahmen:
- Abstimmung des Ergebnisdokuments mit allen Projektbeteiligten
- Einarbeitung von Feedback und finaler Feinschliff
- Erstellung eines Abschlussberichts mit Projekterkenntnissen
- Aufbereitung von Transfermaterialien zur Weitergabe an weitere Marktteilnehmer und Präsentation über die Webseite des Mittelstand-Digital Zentrums WertNetzWerke sowie geeigneter Kanäle
Was bedeuten „eStandards“ für Unternehmen im Mittelstand?
eStandards sind digitale, branchenübergreifend anerkannte Standards zur Kennzeichnung, Kommunikation und Verarbeitung von Produkt- und Geschäftsdaten; sie ermöglichen eine einheitliche Sprache zwischen Unternehmen, IT-Systemen und Lieferketten.
Für mittelständische Betriebe bedeutet das konkret:
- Effizienzsteigerung durch automatisierte Prozesse
- Reduktion von Fehlern bei der Warenvereinnahmung und Stammdatenpflege
- Rechtskonformität bei der Kennzeichnung von Medizinprodukten
- Bessere Zusammenarbeit mit Lieferanten, Herstellern und Dienstleistern
- Zukunftssicherheit durch digitale Anschlussfähigkeit
Durch die Einführung von eStandards können Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken, Kosten senken und sich gezielt auf die Herausforderungen der digitalen Transformation vorbereiten.
Zeitplan
Laufzeit des Digitalisierungsprojekts: bis Q3/2025
Ergebnisbericht
Lesen Sie hier den vollständigen Ergebnisbericht, um fundierte Einblicke und konkrete Handlungsempfehlungen für die erfolgreiche Digitalisierung und Standardisierung in der Augenoptik zu erhalten.
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