Transparenz, Daten & Kreislaufwirtschaft – Digitaler Produktpass im Praxiseinblick

Gemeinsam mit Expert:innen und Unternehmensvertreter:innen wurde diskutiert, wie Daten entlang der Wertschöpfungskette transparenter und nutzbarer gemacht werden – und wie der Digitale Produktpass zur Brücke zwischen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und regulatorischen Anforderungen wird.
Warum ein digitaler Produktpass (DPP)?
Zunehmende Berichtspflichten, Lieferkettenanforderungen und der Wunsch nach belastbaren Nachhaltigkeitsinformationen führen dazu, dass Unternehmen neue Wege finden müssen, um ihre Produktdaten strukturiert, zugänglich und aussagekräftig aufzubereiten.
Der Digitale Produktpass gilt in diesem Kontext als zentrales Werkzeug: Er soll Informationen zu Herkunft, Recyclinganteil, CO₂-Fußabdruck, Sicherheit und vielem mehr digital bereitstellen – produktindividuell, transparent und nachvollziehbar.
Wie kann dies im kleinen oder mittleren Unternehmen (KMU) gelingen?
„Entscheidend ist, sich stets vor Augen zu führen, warum man das Ganze macht: Es geht um Relevanz im Hinblick auf Wirkung des eigenen Geschäftsmodells – nicht um jede Nachkommastelle, sondern um die klare und nachvollziehbare Darstellung wichtiger Informationen.
Eine große Herausforderung besteht zudem darin, Regulatorik nicht nur als Pflicht zu sehen, sondern deren Ziel zu verstehen: Transparenz über die wesentlichen Aspekte nachhaltigen Wirtschaften und Handelns zu schaffen“, so Stephan Multhaupt.
Vorbereitet und startklar sein für den digitalen Produktpass (DPP) im KMU. Entscheidende Punkte, die sich Unternehmer:innen und Mitarbeitende im DPP-Prozess bewusst werden sollten:
- Welche Informationen für einen DPP relevant sind.
- Wie die technische Umsetzung – z. B. über QR-Codes oder webbasierte Datenblätter – erfolgreich wird.
- Welche Prozesse sich im Unternehmen dadurch verändern (müssen).
- Und wie ein DPP sowohl regulatorische Pflichten als auch Kundenanforderungen bedienen kann.
Praxis trifft Strategie für den Thementag-Teilnehmenden
Ein Highlight des Tages war der praktische Einblick in die Umsetzung eines DPPs durch das Unternehmen Stannol aus dem Bereich Löttechnik, das derzeit an der Einführung einer digitalen Produktpasslösung arbeitet. Dort sollen künftig für jedes Produkt umfangreiche Informationen zu Nachhaltigkeit, Herkunft und technischen Daten über eine Website oder QR-Codes auf dem Produkt abrufbar sein.
Die Erfahrungen aus der unternehmensinternen Einführung boten den Teilnehmenden wertvolle Anknüpfungspunkte für die eigene Praxis – etwa zu Fragen der Datenqualität, Systemintegration und internen Kommunikation.
Schlussfolgerungen für KMU zum Ziel und der Zweckmäßigkeit des DPPs
Der digitale Produktpass ist kein Selbstzweck, sondern ein strategisches Instrument: Er macht Nachhaltigkeit sichtbar, schafft Vertrauen bei Kund:innen und Partnern – und hilft dabei, regulatorischen Entwicklungen wie der Ökodesign-Verordnung, der CSRD oder den Anforderungen an entwaldungsfreie Lieferketten zu begegnen. Gleichzeitig stellt er Unternehmen vor die Aufgabe, Datensilos aufzubrechen und interne Prozesse neu zu denken.
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie ein mittelständisches Unternehmen durch konsequente Nachhaltigkeitsstrategien und den Einsatz digitaler Tools wie dem digitalen Produktpass Transparenz und Effizienz in der Lieferkette erhöhen kann.
Copyright: Carsten Deckert




