Effizienzsprung für die Augenoptik: Projekt zeigt Wege, um Prozesse zu stärken und Zukunft zu sichern

Mehr Effizienz durch Digitalisierung
Die Augenoptikbranche steht – wie viele andere Branchen – vor einem Wandel. Neben der handwerklichen Qualität prägen Digitalisierung, regulatorische Anforderungen und steigende Kundenerwartungen den Alltag. Viele Unternehmen arbeiten mit gewachsenen IT-Strukturen, in denen unterschiedliche Systeme, Datenformate und manuelle Prozesse nebeneinander bestehen. Was dabei oft nur als kleine Verzögerung erscheint – etwa doppelte Dateneingaben oder Rückfragen – führt langfristig zu erheblichen Effizienzverlusten.
Genau hier setzt das Projekt „Effizienzsteigerung in der Augenoptik“ an. In einer sechsmonatigen Zusammenarbeit im Jahr 2025 analysierten zwei Augenoptikbetriebe gemeinsam mit dem Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke, drei IT-Dienstleistern und einem Fachverband ihre Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Im Fokus stand dabei nicht, welche technischen Lösungen verfügbar sind, sondern wie sie eingesetzt werden – und wo bislang noch ungenutzte Spielräume bestehen.
„Das gemeinsame Projekt hat gezeigt, welches Potenzial in der Digitalisierung und Standardisierung der Augenoptik liegt – für effizientere Prozesse, bessere Datenqualität und eine stärkere Vernetzung der Branche. Und ehrlich gesagt, auch welche Notwendigkeit. Zudem spüren wir allmählich Zeitdruck und wünschen uns bei der finalen Schaffung von Standards viel mehr Pragmatismus und die Entschlossenheit zu Kompromissen. Sehr geschätzt haben wir die enge und fokussierte Zusammenarbeit mit dem Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke, die uns wichtige Impulse für die Praxis geliefert hat. Diesen Weg werden wir weiter aktiv begleiten“, erklärt Peter Frankenstein, Leiter Augenoptik/Consumer Optics vom Industrieverband SPECTARIS (Berlin).
Standardisierung als Schlüssel
Als zentraler Hebel erwies sich die konsequente Standardisierung von Daten und Prozessen. Uneinheitliche Produktdaten, unterschiedliche Kennzeichnungen und unzureichend vernetzte Systeme führen dazu, dass Informationen wiederholt manuell bearbeitet werden müssen. Besonders bei komplexen Produkten wie Kontaktlinsen wird deutlich, wie sehr fehlende Standards automatisierte Abläufe ausbremsen.
Dort hingegen, wo in der Optikerbranche etablierte Standards wie GS1, EDI-Formate (z. B. SPECTARIS XML) oder ZUGFeRD genutzt werden, steigen Effizienz und Datenqualität spürbar. Sie bilden die Grundlage für die digitale Geschäftsabwicklung mit Lieferant:innen, Plattformen und Dienstleistern. Prozesse laufen stabiler, manuelle Eingriffe nehmen ab und Informationen können zuverlässiger verarbeitet werden.
Die Verbesserungen wirken sich direkt auf den Betriebsalltag aus. Durchgängige Datenflüsse schaffen Transparenz, erleichtern die Zusammenarbeit mit Partner:innen und erhöhen die Sicherheit bei regulatorischen Anforderungen. Gleichzeitig profitieren Kund:innen von kürzeren Lieferzeiten und besserem Service, da Mitarbeitende von administrativen Aufgaben entlastet werden.
Gemeinsame Aufgabe der Branche
Auf Basis der Projektergebnisse wurden praxisnahe Empfehlungen entwickelt – von konsistenten Stammdaten bis zur stärkeren Nutzung bestehender Standards. Klar ist: Eine nachhaltige Effizienzsteigerung gelingt nur im Zusammenspiel aller Beteiligten – von Betrieben über Hersteller und IT-Dienstleister bis hin zu Verbänden.
Das Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke unterstützt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen mit kostenfreien, anbieterneutralen Angeboten, etwa durch individuelle Unternehmensbesuche und konkrete Unterstützung bei Digitalisierungsvorhaben.
Weiterführende Information erhalten Interessierte unter Tel: +49 221 94714 0, per E-Mail: geschaeftsstellewertnetzwerkede oder unter www.mittelstand-digital-wertnetzwerke.de.
Den Projektsteckbrief können Sie hier lesen, den Ergebnisbericht hier herunterladen. Außerdem finden Sie hier einen passenden Blogbeitrag zu diesem Thema.
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