Zirkuläre Transformation durch Digitalisierung – Nachhaltige Werkstattprozesse gemeinsam gestalten

In diesem Digitalisierungsprojekt mit einem sozialen Dienstleistungsunternehmen werden Kreislaufwirtschaft, Prozessverbesserung und Zusammenarbeit miteinander verbunden.
Von der Analyse zur Umsetzung – Schritt für Schritt
Zu Beginn des Digitalisierungsprojekts mit der Lebenshilfe für die Grafschaft werden die Abläufe in den Werkstätten gemeinsam mit den Mitarbeitenden genau unter die Lupe genommen: Wo entstehen Abfälle, wo werden unnötig Ressourcen verbraucht, und welche Schritte lassen sich effizienter gestalten? Mit Hilfe von digitalen Tools werden diese Erkenntnisse gesammelt. Das Unternehmen ist in vielen Bereichen bereits sehr nachhaltig aufgestellt und veröffentlicht seine Kennzahlen auch in einem Nachhaltigkeitsbericht, so dass viele Daten bereits vorhanden sind. Zusammen werden diese mit den Erkenntnissen aus der Analyse in konkrete Handlungsschritte übersetzt. Anschließend folgt ein klar strukturierter Projektplan mit verschiedenen Meilensteinen, der die Umsetzung begleitet. Am Ende stehen eine Präsentation der Ergebnisse sowie Ideen für die Weiterentwicklung.
Kernmaßnahmen – Wiederaufbereitung und weniger Papier
Bei der Analyse kam heraus, dass vor allem in der Anlieferung von Lattenrosten, die in den Werkstätten bearbeitet werden, viel Kartonage anfällt, die entsorgt werden muss. Deshalb haben wir hier die Verpackungsmaterialien in den Fokus genommen. Diese werden auf die folgenden Aspekte kritisch geprüft: Kann Kartonage reduziert, wiederverwendet oder intern aufbereitet werden? Nach einem Brainstorming werden verschiedene Ideen durchgespielt und auf ihre Machbarkeit geprüft. Beispielsweise soll nun aus alter Kartonage neues Füllmaterial hergestellt werden – nachhaltig und praktisch zugleich.
Durch die Daten im Nachhaltigkeitsbericht wurde klar, dass weiteres Einsparpotenzial beim Papierverbrauch liegt, der in der eigenen Verwaltung und den Kitas besonders hoch ist. Vor Allem in den Kitas sollen nun vermehrt digitale Lösungen eingesetzt werden, wie zum Beispiel digitale Fotorahmen und Apps, um Informationen ohne Papier bereitzustellen. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern erleichtert auch den Alltag.
Zudem wurden auch in anderen Bereichen des Unternehmens weitere Ansatzpunkte identifiziert, in denen Ressourcen eingespart oder durch recycelte oder recyclingfähige Materialien ersetzt werden können - wie z.B. die Optimierung der Auslastung des Fuhrparks, Foodwaste in den Kantinen oder das Verpackungsmaterial der Schokolade aus eigener Herstellung. Diese Punkte sollen in Zukunft ebenfalls angegangen werden.
Gemeinsam stark – Netzwerke für Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft lebt von Kooperation. Deshalb wird im Projekt ein Netzwerk aufgebaut, das Unternehmen und Organisationen zusammenbringt. Die Lebenshilfe Nordhorn gGmbH ist mit ihren Zulieferern in Kontakt getreten, um mögliche Kartonage-Verpackungen bei der Anlieferung zu reduzieren und schaut gleichzeitig nach Abnehmern für das mögliche neue Verpackungs- und Füllmaterial, was aus der Kartonage hergestellt werden könnte. Ziel ist, voneinander zu lernen, Ideen auszutauschen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
Nachhaltigkeitseffekte – messbar und sinnvoll
Durch die mögliche Reduzierung oder Rücknahme und Wiederverwendung der Kartonage durch die Zulieferer werden nicht nur Ressourcen geschont, sondern die Lebenshilfe Nordhorn gGmbH kann auch einen Großteil der Kosten für die Entsorgung einsparen. Sollte der Test mit der Weiterverwendung der Kartonage als Verpackungs- und Füllmaterial erfolgreich sein, kann dadurch ein neuer Einkommensstrang etabliert werden und gleichzeitig bleibt die Kartonage weiter im Kreislauf. Auch der Papierverbrauch in der Verwaltung und den Kitas kann durch den Einsatz von digitalen Tools gesenkt werden und die Umstellung auf Recyclingpapier ist ebenfalls ein weiterer Schritt in Richtung Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft.
Zudem sollen die Mitarbeitenden des Unternehmens im Thema Kreislaufwirtschaft geschult werden, so dass sie in ihren Bereichen weitere Möglichkeiten der Umsetzung identifizieren können und auf dem Weg in Richtung eines kreislauffähigen Unternehmens mitgenommen werden.
„Ich erhoffe mir vom Projekt mit dem Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke, dass wir es schaffen für die Kreislaufwirtschaft zu sensibilisieren und einzelne Teile, wie z.B. die Abfall-/ Verpackungswirtschaft mehr in den Fokus setzen. Das Thema Nachhaltigkeit ist fest in unserer DNA verwurzelt und die erarbeiteten Ansätze zum neuen Umgang mit den bei uns anfallenden Verpackungsmaterialien sind vielversprechend, um das auch zu schaffen.”, sagt Jonas Roosmann, Bereichsleiter bei der Lebenshilfe für die Grafschaft Nordhorn.
Fazit
Das Projekt zeigt, wie Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft und Kooperation Hand in Hand gehen können. Mit vergleichsweise einfachen, praxisnahen Maßnahmen wird ein Modell entwickelt, das nicht nur ökologisch, sondern auch sozial und ökonomisch wirkt – und damit den Weg für zukunftsfähige Werkstattprozesse ebnet.