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Interaktive Avatare im Gesundheitswesen: Kollaboratives Projekt öffnet neue Perspektiven

Eine Ärztin sitzt an einem Schreibtisch und sieht sich einen KI-generierten Avatar auf einem Bildschirm an.

In der Medizin, der Pflege und in anderen sozialen Einrichtungen können Avatare das Training zwischenmenschlicher Aufgaben dank Künstlicher Intelligenz (KI) erleichtern. Das Digitalisierungsprojekt „Avatare und interaktive Roboter als Interaktionspartner im Gesundheitswesen: Validierung von Nutzungsszenarien“ stellt zwei Lösungswege vor, die sowohl Marktfähigkeit als auch gesellschaftliche Akzeptanz voranstellen.

Die Gestaltung von technologisch umsetzbaren und datenschutzkonformen Avataren erfordert, dass alle betroffenen Akteurinnen und Akteure auf möglichst effiziente Weise eingebunden werden. Dazu haben wir im Digitalisierungsprojekt mit der Kölner Videoproduktionsfirma domstadt.tv GmbH einen mehrschrittigen Ansatz verfolgt, der enge Abstimmungen mit anwendungsnahen Partnern wie Pflegeeinrichtungen und Robotik-Unternehmen ermöglicht. Das Projekt erkundet den Einsatz von KI-Avataren, berücksichtigt jedoch auch ethische Aspekte und schafft so die Möglichkeit, strukturellen Veränderungen zu begegnen.

Digitalisierung auf zwei Ebenen: Pflege an Patient:innen und Informationsmittlung für Besucher:innen

Auf den Gesundheitssektor in Deutschland wirken vielfältige gesellschaftliche Faktoren ein. Neben demografischer Alterung und sinkenden Personalständen sieht sich Fachpersonal mit zunehmend komplexen Pflegebedürfnissen konfrontiert (Quelle: Innovationszentrum Pflege und Gerontologie, 2025). Auch die palliative Versorgung und die Hospizarbeit sind von Herausforderungen betroffen: Mangelnde Weiterbildungsstandards erschweren eine geregelte Vermittlung kommunikativer Fähigkeiten, obwohl diese für die Arbeit mit schwer kranken Menschen und in der Sterbebegleitung essenziell sind.

Hier setzte unser Projekt an: KI-Avataren können einen geschützten Übungsraum für Gespräche über Sterben, Abschied und persönliche Wünsche schaffen. Zudem bietet ihr Einsatz verschiedene Potenziale für Schulungskontexte der Palliativausbildung (von Medizinstudent:innen, Personal im stationären Hospiz und Krankenhäusern bis hin zu Sterbebegleiter:innen in Hospizvereinen). Beispielsweise können angehende Fachkräfte ihren eigenen Lernfortschritt ergänzend zu bestehenden Möglichkeiten reflektieren und den Umgang mit sensiblen Emotionen und Sprachlosigkeit einüben, ohne eine empathische Patientenversorgung zu riskieren. Hierfür generieren die Avatare sowohl adäquate als auch einfühlsame Antworten auf Grundlage KI-gestützter Sprachmodelle, während Leitlinien aus der Trauer-, Krisen- und Palliativkommunikation eingehalten werden.

Darüber hinaus ließe sich die Arbeitsbelastung für Personal an Krankenhausrezeptionen reduzieren, etwa indem KI-Avatare Informationsangebote für Besucher:innen bereichern. Insbesondere bei Fragen zur Raumbelegung oder zur Klinik selbst können sie unkomplizierte Hilfe leisten und individuelle Anliegen beantworten. Auf diese Weise fühlen sich Angehörige während ihrer Wartezeit schneller informiert und unterhalten. Zugleich wird das Klinikpersonal dabei unterstützt, die Betreuung ihrer Patient:innen trotz des Fachkräftemangels weiterhin zu priorisieren.

Systematisches Vorgehen für gemeinsame Lösungen

Für eine gelungene Zusammenarbeit im Wertschöpfungsnetzwerk haben unsere Expert:innen insgesamt sechs systematische Workshops durchgeführt. In der Kick-Off-Phase konnten Erwartungen und Ziele für die Anwendungsbereiche Pflege und Infotainment definiert werden. So sollten KI-Avatare z. B. zu empathischen Sprechpausen fähig sein und gesichert korrekte Informationen wiedergeben.

Im zweiten Schritt wurden gemeinsam mit den Stakeholdern bis zu sechs eindeutige Anwendungsszenarien wie „Schulung von Gesprächstechniken“ und „Fachinformationen in Krankenhäusern und auf Station“ entwickelt. Deren technologische Machbarkeit stand als Nächstes im Mittelpunkt.

In der dritten Phase wurde der potenzielle Einsatz von Produkten und Technologien geprüft. Dabei galt es, geeignete Tools zur möglichst gleichzeitigen Analyse eingehender und ausgehender Sprache festzulegen. Um beispielsweise Gesichtsausdrücke und Sprachausgabe erfolgreich zu synchronisieren, hat sich das Projektteam auf eine Kombination aus Animationssoftware und externer KI-Modelle geeinigt.

Das weitere Vorgehen baute auf einer Auswahl von drei Szenarien auf, die eine besondere gesellschaftliche Akzeptanz und ein hohes Marktpotenzial versprachen. Abstimmungen mit Pflegeheimen, religiösen Trägern und Inklusionsinstitutionen im Wertschöpfungsnetzwerk bildeten den fünften Schritt und trugen dazu bei, dass die priorisierten Anwendungsszenarien zu individuellen Plänen gefestigt werden.

Zum Abschluss der Workshop-Serie wurden identifizierte Anforderungen mit möglichen neuen Partnern thematisiert. So ließen sich benötigte KI-Tools und Produkte entlang der Bedarfe entwickeln und die zu Anfang definierten Ziele messen und bewerten.

KI-Avatare in anderen Branchen

KI-Avatare als Interaktionspartner lassen sich hervorragend in andere Branchen und Situationen übertragen. Mögliche Anwendungsfälle umfassen Verkaufsprozesse, Beratungsleistungen und Schulungskontexte zu praktischen Trainingszwecken.

So können Avatare unter Anleitung menschlicher Angestellten die Erstellung kundenzentrierter Angebote optimieren und spezifische Fragen intelligent stellen. Auf Basis ihrer Informationen sind umfassende Beratungsleistungen bis zur Vertragsunterschrift möglich, die sich etwa im Fachhandel, im Ticketverkauf oder in Online-Apotheken einsetzen lassen. Ein projektinternes Brainstorming hat ergeben, dass sich das Training von Gesprächstechniken auf die Durchführung von Onboarding-Maßnahmen ausweiten lässt: Dies fördert die empathische Kommunikation sowohl in Bewerbungsgesprächen als auch vor Dienstreisen im Ausland.

Über das Partnerunternehmen domstadt.tv GmbH

Das Kölner Medienunternehmen ist seit 25 Jahren auf audiovisuelle Kommunikation für Unternehmen, Institutionen und Verbände spezialisiert. Mit seiner Neugründung AI-Avatare erweitert das Unternehmen sein Portfolio um innovative Lösungen im Bereich Mensch-Maschine Interaktion in Verbindung von Avataren und Deep Learning.


Autorin: Stella Ingenfeld

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