Megatrends, Gesetzgebung, Regularien: Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft

Zirkularität und Wirtschaftlichkeit – heute für morgen vorsorgen
Kreislaufwirtschaft bedeutet nicht ausschließlich Materialien und Prozesse anzupassen, sondern wirkt sich auch auf Produkte und Geschäftsmodelle aus und stellt hohe Anforderungen an die Datenverfügbarkeit sowie die Koordinations- und Kooperationsfähigkeiten beteiligter Partner, sowie weitere unternehmerischer Akteure. Hier gilt es, die den Produkten zugehörigen Wertstoffströme und wertschöpfenden Akteure entlang des Produktlebenszyklus einzubeziehen sowie entsprechende Erlösmodelle, Arbeit und Verantwortung aufzuteilen. Hierbei wirken regulatorische Entwicklungen auf europäischer und nationaler Ebene mit Fokus auf politisch priorisierte Schlüsselsektoren und Lieferketten auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ein.
Megatrends – Gesetze – Auswirkungen auf Unternehmen

Handelskonflikte, Corona-Pandemie und [beispielsweise] die Blockade des Suezkanals durch den havarierten Frachter „Ever Given,“ bis hin zum Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Hinzu kamen Cyberattacken oder Extremwetterphänomene infolge des Klimawandels. Disruptionen haben an Häufigkeit zugenommen […], zugleich ist die internationale politische Zusammenarbeit ins Stocken geraten und viele Menschen sind vom Freihandel enttäuscht. (Quelle: Handelsblatt)
Gleichzeitig nehmen die Klimasorgen nach der Europawahl deutlich zu, so dass eine Überarbeitung des Masterplans der aktuellen EU-Kommission für die grüne Transformation gefordert wird: „Wir brauchen mehr DEAL im Green Deal!” (Quelle: Peter Liese (CDU/ EVP) im General-Anzeiger Bonn, 12. Juli 2024).
Im Gegenzug hat Bundesminister Cem Özdemir (Ernährung und Landwirtschaft) bereits im September 2024 eine Anpassung der Entwaldungsverordnung (EUDR) für eine praktikable, bürokratiearme und reibungslose Umsetzung gefordert: „Unternehmen benötigen mehr Zeit zur Vorbereitung, da noch keine abschließenden Hilfestellungen für betroffene Unternehmen vorlägen.“ Folglich fand eine Verschiebung des Wirksamwerdens der Verordnung statt, allerdings ,keine Neuverhandlung der EUDR.
Welche Regularien sind für den Mittelstand am wichtigsten?
Ein Ranking aller derzeit geltenden oder sich in Vorbereitung befindlichen Regularien, insbesondere der EU, ist schwierig und individuell von den jeweiligen Voraussetzungen abhängig. Hier ist eine frühzeitige Groborientierung für Unternehmen und Entscheider angeraten; sie sollten sich nach ihrer Dringlichkeit und Wichtigkeit aufstellen und sich in Netzwerken und Verbünden nach Gleichgesinnten erkundigen und Best-Practice sichten. Hierzu geben die Wissensnuggets eine erste Hilfestellung.
Stets aktualisierte Einblicke in die laufende Gesetzgebung bei der EU gibt die folgende Webseite in prägnanter Form (die Übersetzung in deutsche Sprache ermöglicht der jeweilige Web-Browser).
Wie kann in Deutschland die Einführung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft beschleunigt werden und KMU an Bord gehalten werden?
In einem gemeinsamen Impuls von WWF Deutschland und Wuppertal Institut werden dazu Empfehlungen in vier Schritten formuliert:

Dahinter verbergen sich die Forderungen nach: 1. der Gründung einer nationalen Kreislaufstrategie auf Seiten der Politik, 2. Unternehmen verfolgen die konsequente Transparenz ihrer Produkte, 3. öffentliche Beschaffung durch Bund und Länder hat zirkulär zu werden und 4. die vorbehaltlose Forcierung von Sekundärrohstoffen in der Produktion.
Gibt es eine Grüne Lobby für KMU bei der EU in Brüssel und Luxemburg?
Ja, es stehen Forderungen nach einer Vorfahrt für KMU in der EU an: „Jede Gesetzgebung sollte durch die Anwendung des KMU-Tests gegengeprüft werden!“ Hierzu fordert Guido Lena, Policy Director für nachhaltige Entwicklung von SMEunited (www.smeunited.eu/):
- Genaue Information und technische Unterstützung auf lokaler Ebene;
- Einfacher Zugang zu allerlei Formen der Finanzierung;
- Hilfsmittel für Vorabinvestitionen zur Einführung umweltfreundlicher Modelle;
- Höherqualifizierung von Unternehmen und ihrer Belegschaft im Umgang mit neuen Technologien;
- Nutzung digitaler Lösungen sowie neuer Design- und Herstellungsmethoden auf der Grundlage von Lebenszyklusanalysen.
Hier geht es zu den Wissensnuggets
- Wissensnugget: Gesetzgebung zur Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft
- Wissensnugget: Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft, EU-Begriffe erklärt
Copyright: Canva; Impuls von Wuppertal Institut (gemeinsam mit WWF Deutschland)




